Diethylphthalat (DEP) in Parfüms

Das ist der Grund, warum wir es nicht verwenden.                           

Seit Jahren wird Diethylphthalat (DEP) in der Parfümerie häufig verwendet.

Es ist geruchlos.
Es ist technisch wirksam.
Es ist in kosmetischen Formulierungen zugelassen.

Und doch, bei The Today Projecthaben wir uns dagegen entschieden.

Nicht aus Angst.
Nicht aus Marketinggründen.
Nicht wegen Trends.

Aber aufgrund wissenschaftlicher Überlegungen.

Ist DEP ein endokriner Disruptor?                               

Hier beginnt die Nuance.

DEP gehört zur Familie der Phthalate. Einige Mitglieder dieser Familie – wie DEHP und DBP – haben in Tierversuchen antiandrogene und endokrine Wirkungen gezeigt und unterliegen nun in der Europäischen Union Beschränkungen.

DEP verfügt nicht über denselben Grad an schlüssigen Beweisen.

Und das ist wichtig.

In der Toxikologie können wir Risiken nicht automatisch allein auf der Grundlage der chemischen Familie extrapolieren.

Die Molekülstruktur ist wichtig. Das Molekulargewicht ist wichtig. Der Stoffwechsel ist wichtig.

Allerdings – und das ist ebenso wichtig – gibt es auch keine eindeutigen Beweise, die eine vollständige Langzeitsicherheit in allen Expositionsszenarien belegen.

Die wissenschaftliche Literatur zeigt:

  • Begrenzte bis mäßige Hinweise auf Auswirkungen auf die Fortpflanzung oder Entwicklung in Tiermodellen

  • Inkonsistente epidemiologische Befunde beim Menschen

  • Datenlücken bei chronischer dermaler Exposition

  • Unvollständiges Verständnis der endokrinen Mechanismen

Mehrere systematische Übersichtsarbeiten kommen zu folgendem Schluss:

Es gibt keine ausreichenden Belege, um mögliche Nebenwirkungen mit Sicherheit auszuschließen.

Für uns ist dieser Satz entscheidend.

Die Paraben-Lektion                                         

Jahrelang galten Parabene in regulierten Konzentrationen als sicher.

Die Wissenschaft hat gezeigt, dass kurzkettige Parabene eine extrem schwache östrogene Aktivität aufweisen – um Größenordnungen geringer als endogenes Östradiol.

Doch der Markt hat sie nach und nach verdrängt.

Warum?

Weil die Risikowahrnehmung die differenzierte toxikologische Diskussion überflügelte.

Bei The Today Project lassen wir uns nicht von öffentlichem Druck beeinflussen.

Aber wir beachten einen Grundsatz:

Wenn eine chemische Familie Mitglieder mit nachgewiesener endokriner Aktivität enthält, erfordert wissenschaftliche Vorsicht

verstärkte Überprüfung aller verwandten Verbindungen – auch solcher mit schwächeren Beweisen.

DEP gehört zu dieser Familie.

Die eigentliche Frage lautet nicht „Ist es verboten?“.

Die tiefergehenden Fragen lauten:

  • Gibt es ungelöste Datenlücken hinsichtlich der langfristigen Exposition der Haut?

  • Wurde die kombinierte Exposition („Cocktail-Effekt“) ausreichend bewertet?

  • Haben wir vollständige mechanistische Klarheit?

  • Ist der Inhaltsstoff technisch unverzichtbar?

Die Antwort auf die letzte Frage ist klar:

Es ist nicht unverzichtbar.                                                                                    

Es gibt alternative Lösungsmittel- und Fixiersysteme.

Und wenn eine Zutat nicht unbedingt notwendig ist – und wissenschaftliche Unsicherheit besteht –, ist unsere Philosophie einfach:

Wir entscheiden uns für intelligente Vorsicht.

Wir behaupten nicht, dass es giftig ist.
Wir verwenden keine alarmierende Sprache.
Wir bauen keine Narrative auf Angst auf.

Wir treffen Entscheidungen zur Rezeptur auf der Grundlage wissenschaftlicher Kohärenz.

Unsere Position als Formulierer                                              

The Today Project aus der Kosmetikwissenschaft.

Aber auch aus einer Vision von bewusstem Luxus heraus.

Wir entwickeln unsere Formulierungen nicht nur, um gesetzliche Grenzwerte einzuhalten.
Wir entwickeln unsere Formulierungen, um den weiteren Fortschritten in der Wissenschaft zuvorzukommen.

Wenn in der Literatur steht:

„Die Evidenz ist begrenzt.“
„Die Daten sind unzureichend.“
„Weitere Forschung ist erforderlich.“

Wir hören zu.

Nicht weil wir wissen, dass es schädlich ist.
Sondern weil wir nicht mit Sicherheit wissen, dass es unter allen realen Expositionsbedingungen universell unbedenklich ist.

Und in der Parfümerie – wo die Anwendung wiederholt, über die Haut und durch Einatmen erfolgt – ist dieser Unterschied von Bedeutung.

Dies ist kein Angriff auf DEP.

Es ist eine Erklärung.

Verantwortungsbewusste Kosmetik basiert nicht auf viralen Blacklists oder vereinfachten Narrativen.

Sie basieren auf einer kritischen Bewertung der Beweise – einschließlich ihrer Grauzonen.

Wenn die Wissenschaft Unsicherheiten enthält, entscheiden wir uns für Klarheit.

Das ist unser Standard.

Das ist unser unsichtbarer Luxus.

Wissenschaftliche Schlussfolgerungen zu Diethylphthalat (DEP)

Was die Literatur tatsächlich sagt

1️⃣ US-Kommission für die Sicherheit von Verbraucherprodukten (2010)

Toxizitätsprüfung von Diethylphthalat (DEP)
https://www.cpsc.gov/s3fs-public/ToxicityReviewOfDEP.pdf

Was der Bericht aussagt:

Dies ist eine umfassende toxikologische Bewertung, die für die US-amerikanische Verbraucherschutzbehörde (CPSC) erstellt wurde. Sie bewertet die verfügbaren Daten zu DEP, darunter Toxikokinetik, akute und chronische Toxizität, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, Karzinogenität und Expositionsszenarien.

Wichtige Erkenntnisse zum DEP:

Wiederholte orale Exposition in Tierversuchen führte zu systemischer Toxizität, die insbesondere die Leber und die Nieren betraf. Einige Tierversuche berichteten über Auswirkungen auf die Fortpflanzung und Entwicklung, darunter Veränderungen der Schwangerschaftsparameter und der Fortpflanzungsergebnisse. Auf der Grundlage der verfügbaren Tierversuchsdaten kommt der Bericht zu dem Schluss, dass DEP bei ausreichend hohen Dosen schädliche Auswirkungen hat. Auf der Grundlage von Tierversuchsdaten zur Toxizität wurden Werte für die zulässige Tagesdosis (ADI) bei oraler Exposition abgeleitet.Der Bericht weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass die Daten nicht ausreichen, um ADI-Werte für die Exposition durch Inhalation oder über die Haut festzulegen, die für Kosmetika und Parfümerie relevant sind. Die Nachweise für Karzinogenität wurden als unzureichend oder unvollständig angesehen.

Schlussfolgerung zu DEP:

Die CPSC-Überprüfung kommt nicht zu dem Schluss, dass DEP eindeutig sicher ist. Sie bestätigt Hinweise auf Toxizität in Tiermodellen und identifiziert eindeutig Datenlücken hinsichtlich der Exposition über die Haut und durch Einatmen, was bedeutet, dass die langfristige Sicherheit für diese Expositionswege auf der Grundlage der verfügbaren Daten nicht vollständig charakterisiert werden kann.

2️⃣ Kay, V.R. et al. (2020)

Systematische Überprüfung der Toxizität von Diethylphthalat
Environmental Health Perspectives
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32958228/

Was die Studie besagt:

Dies ist eine systematische Überprüfung, die toxikologische Studien zu DEP, vor allem in Tiermodellen, unter Verwendung strukturierter Methoden zur Bewertung von Evidenzstufen bewertet.

Wichtige Erkenntnisse zum DEP:

Es gibt Hinweise darauf, dass eine DEP-Exposition Folgendes verursachen kann:Reproduktionstoxizität bei Männern, einschließlich Auswirkungen, die unabhängig von klassischen antiandrogenen Mechanismen zu sein scheinen.Entwicklungstoxizität in einigen Versuchsmodellen.Lebertoxizität in Studien mit wiederholter Dosierung. Die Hinweise auf Reproduktionstoxizität bei Frauen wurden als begrenzt und weniger konsistent beschrieben. Die Autoren betonen, dass die gesamte Datenbank Einschränkungen und Unsicherheiten aufweist, darunter Variabilität im Studiendesign und Dosisrelevanz.

Direkte Schlussfolgerung aus der Überprüfung:

Die Autoren stellen fest: Es sind weitere Untersuchungen erforderlich, um die Toxizitätsdatenbank für DEP vollständig zu bewerten und das Vertrauen in sie zu stärken. Mit anderen Worten: Die Überprüfung kommt nicht zu dem Schluss, dass DEP sicher ist, sondern hebt vielmehr Hinweise auf biologische Auswirkungen bei Tieren hervor und betont, dass weitere Untersuchungen erforderlich sind, bevor endgültige Schlussfolgerungen gezogen werden können.

3️⃣ Keller, L.H. et al. (2021)

Phthalate und endokrine Aktivität: Mechanistische Überlegungen
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8538674/

Was der Artikel behandelt:

Diese Veröffentlichung gibt einen Überblick über mechanistische Daten zu Phthalaten und endokrinen Signalwegen. Sie konzentriert sich zwar nicht ausschließlich auf DEP, analysiert jedoch, wie verschiedene Phthalate das Hormonsystem beeinträchtigen können.

Wichtige Punkte in Bezug auf DEP:

Nicht alle Phthalate wirken über identische Mechanismen. Einige Phthalate üben endokrine Wirkungen aus durch: Veränderte Steroidogenese Störung der Hormonsynthesewege Modulation von Kernrezeptoren Der Artikel hebt hervor, dass das mechanistische Verständnis zwischen einzelnen Phthalaten erheblich variiert. Für Phthalate mit niedrigerem Molekulargewicht wie DEP sind die mechanistischen Daten im Vergleich zu ausführlicher untersuchten Verbindungen wie DEHP nach wie vor unvollständig und weniger robust.

Schlussfolgerung zu DEP:

Es gibt keinen endgültigen Konsens hinsichtlich des Wirkmechanismus, der die endokrine Sicherheit bestätigt. Stattdessen spiegelt die Literatur Unsicherheiten hinsichtlich des Wirkmechanismus wider, insbesondere in Bezug darauf, wie Phthalate mit niedrigerem Molekulargewicht mit den Hormonwegen interagieren.

Gesamtwissenschaftliche Position basierend auf diesen drei Quellen

In diesen Dokumenten wird Folgendes dargelegt: DEP zeigt bei bestimmten Dosierungen in Tiermodellen schädliche Wirkungen. Die Erkenntnisse beim Menschen sind begrenzt und weniger schlüssig. Es bestehen erhebliche Datenlücken, insbesondere in Bezug auf: chronische dermale Exposition, inhalative Exposition und langfristige endokrine Mechanismen. Keine dieser Quellen erklärt DEP eindeutig als allgemein sicher unter allen realistischen Expositionsszenarien. Mehrere Quellen fordern ausdrücklich zusätzliche Forschungsarbeiten, um das Vertrauen in die Sicherheitsbewertungen zu stärken.

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